KSV Ispringen spricht vom Titel

  • 20. November 2017

Alexander Leipold, Trainer der Ispringer Ausnahme-Ringer redet nicht lange um den heißen Brei herum: „Wir wollen Meister werden.“ Dass es bis zu den beiden Finalkämpfen in der neu gegründeten Deutschen Ringerliga (DRL) Ende Januar und Anfang Februar aber noch ein weiter und dornenreicher Weg ist, steht für den Olympiasieger von 2000 fest.
„Der VfK Schifferstadt wird dabei ein Wörtchen mitreden“, lässt er keinen Zweifel. Das haben die Pfälzer schon am Sonntagabend in Ispringen bewiesen, als sie in der Turn- und Festhalle mit 10:11 Wertungspunkten nur knapp den Kürzeren zogen, nachdem der Vorkampf genau das umgekehrte Ergebnis ergab (die PZ berichtete).

„Weingarten hat sich verstärkt“, lenkt Leipold den Blick auf einen weiteren Mitfavoriten und Vereinschef Werner Koch ist überzeugt: „Nendingen und Weingarten werden sich nicht einfach die Butter vom Brot nehmen lassen. Das sind alles enge Geschichten.“

Eine solche „enge Geschichte“ sorgte für gehörig Adrenalin unter den rund 400 Zuschauern in der Enzkreisgemeinde. Vor allem die Schifferstädter Fans machten die Halle zu einem Tollhaus, nachdem der AC/DC-Hit „Thunder“ allen eingeheizt hatte.

Wichtige Punkte

Besonders angetan ist Coach Leipold vom leichtesten Mann in seinem Aufgebot, dem Armenier Roman Amoyan (34), dessen 9:2-Erfolg gegen den Junioren-Europameister Nugsari Tsurtsumia (20) aus Georgien zwei Punkte einbrachte. „Er hat einen tollen Kampf gegen einen jungen, hungrigen Spitzenmann geliefert“, lobt er seinen 59-Kilo-Griechisch-Römisch-Spezialisten. Gespannt waren die Ispringer auf das Debüt des Polen Robert Baran im Freistil-Schwergewicht (130 Kilo), dessen Bruder Radoslaw ebenfalls beim KSV in Diensten steht, diesmal aber nicht zum Einsatz kam. Obwohl der Ungar Daniel Ligeti mit einem starken Überwurf und vier Punkten loslegte, holte sich Baran viele kleine Wertungen und lag am Ende mit 5:4 vorne, was einen Zähler einbrachte. Nach Maxim Sacultans 8:3-Erfolg gegen Atmir Khromov (66 Kilo Freistil) führten die Gastgeber mit 5:0. Doch Ardo Arusaars 0:5-Niederlage gegen Georgi Melia (21), den 21-jährigen georgischen Junioren-Weltmeister des Vorjahres (Gr.-Röm. 98 kg), und Tonimir Sokols 1:17-Debakel gegen Levani Kavjaradze (Gr.-Röm. 66 kg) brachte den zehnmaligen deutschen Mannschaftsmeister aus der pfälzischen Ringerhochburg zur Pause mit 6:5 in Front.

Yuri Belonovskiy (99 kg Freistil), Israil Kasumov kampflos (75 kg Freistil) und Igor Besleaga (75 kg Gr.-Röm.) sicherten im zweiten Teil der Veranstaltung den Ispringern letztlich den knappen Triumph, bei denen in beiden Teams ausschließlich Osteuropäer auf die Matte gingen. So waren die knappe Niederlage von Neven Zugaj (1:1, aber die letzte Wertung für den Gegner, Gr.-Röm. 86 kg) und die abschließende 0:8-Pleite von David Tlashadze (86 kg Freistil) noch verkraftbar.

Die Ispringer können jetzt erst einmal durchschnaufen. Am kommenden Wochenende ist der KSV ohne Kampf, dann geht es am 2. Dezember zum bislang punktlosen Tabellenletzten nach Eisleben. PZ, Bruno Knöller