KSV Ispringen siegt nach Schockmoment

  • 10. Dezember 2017

Weingarten. Der achte Mannschaftswettkampf des deutschen Vizemeisters KSV Ispringen in der neu gegründeten Deutschen Ringerliga hatte es in sich. Im Duell gegen den amtierenden Meister Germania Weingarten war am Freitagabend noch keine Minute vergangen, da wurde die tosende Zuschauermenge in der Weingartener Mineralix-Arena plötzlich mucksmäuschenstill. Das ukrainische Leichtgewicht der Weingartener Vugar Ragymov blieb nach einem Wurf des Armeniers Amoyan reglos auf der Matte liegen. Nach langen, bangen Augenblicken kam er zwar wieder zu sich, konnte den Kampf aber nicht mehr fortsetzen, was eine 4:0-Führung für den KSV bedeutete.

KSV-Trainer Alexander Leipold meinte nach dem Wettkampf, die Ringer seien „schon aus einem besonderen Holz geschnitzt. Ragymov wollte, nachdem er wieder zu sich gekommen war, tatsächlich weiterkämpfen, die Weingartener mussten ihn regelrecht davon abhalten.“

Gastgeber punktet eifrig

Nach der Führung für den KSV gingen die nächsten vier Kämpfe bis zur Halbzeit allerdings allesamt zugunsten der Weingartener aus. Zunächst unterlag der gebürtige russische Schwergewichtler Ketoev dem russischen Juniorenweltmeister Musaev knapp mit 2:3 Wertungspunkten, gefolgt von seinem KSV-Mannschaftskameraden Sacultan, der gegen den kubanischen WM-Dritten und Weingartener Publikumsliebling Valdes deutlich mit 0:16 unter die Räder kam: Kampfabbruch nach vier Minuten wegen technischer Überlegenheit.

Im deutsch-deutschen Duell in der 98-kg-Klasse Freistil sahen die Zuschauer dann einen der faszinierendsten Kämpfe des Abends, in dem der Ispringer Wyrich dem haushohen Favoriten Fischer lange Paroli bieten konnte, sich am Ende aber doch klar mit 2:6 geschlagen geben musste. „Wyrich hat seine Sache richtig gut gemacht“, lobte KSV-Ringerchef Werner Koch seinen Schützling. Nach der knappen 0:1-Niederlage des Kroaten Sokol lagen die Ispringer Mattenkämpfer deutlich mit 4:8 Mannschaftspunkten im Hintertreffen, doch es sollten noch einige starke Ispringer Kämpfer an die Reihe kommen.

Das Fundament für den Ispringer Auswärtssieg legten nach der Pause Yuri Belonovski im rein russischen Duell gegen den Weingartener Nurow mit 8:2 Wertungspunkten sowie der gewohnt starke russische Freistilist Kasumov gegen den deutschen Georg Harth mit 14:2. Ispringen ging mit 9:8 Punkten in Führung und baute diese dann kontinuierlich aus – durch den Kroaten Neven Zugaj, der dem 46-jährigen Weingartener Veteran Adam Juretzko mit 5:0 im Freistil keine Chance ließ, sowie durch den Moldawier Besleaga, der gegen Panait seine Kraft ausspielte und ihn mit 6:0 bezwang.

Sieg nicht mehr in Gefahr

Den zehnten und letzten Kampf gewannen die Weingartener zwar noch hoch mit 12:0, doch vermochten die daraus resultierenden drei Mannschaftspunkte den 13:11-Sieg des KSV Ispringen nicht mehr zu gefährden. „Ich bin mit meinen Kämpfern sehr zufrieden“, meinte Leipold nach dem packenden Baden-Derby, „jeder hat bis zum Umfallen gekämpft.“ PZ, Harald Funke