Ispringer Ringer wahren nach Sieg gegen Nendingen Titelchancen

  • 17. Dezember 2017

Der goldene Konfettiregen für die Ringer des KSV Ispringen war am Ende hochverdient. Denn mit dem 14:8-Heimsieg gegen den ASV-Nendingen hat der deutsche Vizemeister auch in der neu gegründeten Deutschen Ringerliga das Finale um die Meisterschaft erreicht.

Bei einem Punktestand von 16:4 ist dem aktuellen Tabellenführer vor den restlichen beiden Liga-Duellen der Einzug in die Endrunde nicht mehr zu nehmen: „Wir haben mächtig Gas gegeben und jeder hat für jeden gekämpft. Das war der Schlüssel zum Erfolg“, strahlte KSV-Trainer Alexander Leipold. Doch der ehemalige Weltklasse-Ringer musste durch ein Wechselbad der Gefühle gehen. „Ich dachte immer, dass ich Ahnung vom Ringen habe“, witzelte der Ex-Weltmeister und gestand: „Ich habe mich bei sechs der zehn Kämpfe total verschätzt.“

Wyrichs Paukenschlag

Das lag wohl auch daran, dass einige seiner Schützlinge über sich hinauswuchsen. Allen voran der 21-jährige Etienne Wyrich. Das Ringertalent aus Ersingen sorgte im vierten Kampf am Freitagabend vor rund 500 Zuschauern in der Ispringer Schulsporthalle für einen Paukenschlag, indem er seinen starken Nendinger Widersacher Ivan Polishiuk mit technischer Überlegenheit förmlich von der Matte fegte.

Ein Schleudertrauma bekam der Moldwier schon in Runde eins verpasst, als Wyrich ihn per Schulterwurf durch die Luft segeln ließ. Auch anschließend punktete der KSV-Ringer mit Durchdrehern und Konterattacken, bis er beim 15:0 vorzeitig als Sieger feststand. „Ich habe meine Niederlage gegen ihn in Nendingen genau analysiert und bin vom Trainer super eingestellt worden“, beschrieb Wyrich sein Erfolgsrezept und erhielt ein Sonderlob: „Vor dieser Klasseleistung muss man zweimal seinen Hut ziehen“, freute sich Alexander Leipold.

Überhaupt waren die Ispringer Ringer mit Karacho in den Wettkampf gestartet. Denn auch der Armenier Roman Amoyan (59 Kilo/Griechisch-Römisch) hatte gegen den Nendinger Veaceslav Mamulat überlegen eine Viererwertung eingefahren. In den ersten fünf Mattengängen punkteten auch Goergi Keteov (130 Kilo/Freistil: 2:0 gegen Johannes Kessel/8:3-Mattenpunkte) und Tonimir Sokol (66 Kilo/Greco: 2:0 gegen Benjamin Raiser/6:2). Nur Maxim Saculatan (66 Kilo/Freistil), der das Publikum in der Pause als Rapper unterhielt, blieb beim 0:3 (3:12) gegen seinen moldawischen Landsmann Andrei Perpelita, den er in Nendingen noch geschultert hatte, diesmal chancenlos.

Doch trotz der komfortablen 12:3-Pausenführung mussten die Gastgeber zittern. Beileibe nicht eingeplant war die erste Saisonpleite des Russen Yuri Belonovski mit 0:1 gegen Nicolai Ceban in der 98er-Freistilklasse. Dafür hielten Davit Tlashadze (75 Kilo/Freistil) gegen Olympiateilnehmer Evgheni Nedealco und Igor Besleaga (75 Kilo/Greco) gegen U23-Weltmeister Daniel Cataraga ihre Niederlagen mit jeweils 0:2 in Grenzen. Ein äußerst wichtiger Punkt zum Ispringer Heimsieg gelang Griechisch-Römisch-Spezialist Nenad Zugaj (86 Kilo), der sich gegen den bärenstarken Ukrainer Oleksandr Shyshman knapp mit 4:2 Mattenpunkten durchsetzte. Selbst von einem Kopfstoß seines Gegners, der dafür eine Zwei-Punkte-Strafe kassierte, ließ sich der ständig attackierende Kroate nicht aus dem Konzept bringen. Zum Abschluss blieb auch noch Teamkollege Carsten Kopp (86 Kilo/Freistil) mit 1:0 über den Nendinger Pascal Koch siegreich.

„Man hat gespürt, dass jeder meiner Ringer unbedingt ins Finale wollte“, freute sich KSV-Coach Alexander Leipold, der mit Ispringen nun in den beiden Endkämpfen um die deutsche Meisterschaft höchstwahrscheinlich auf seinen Ex-Verein VfK Schifferstadt trifft. PZ, Peter Hepfer