KSV Ispringen will in Schifferstadt für eine Überraschung sorgen

  • 7. Februar 2018

Ispringen. Die Spannung ist zum Greifen. Trotz der 11:13-Niederlage im Hinkampf will der KSV Ispringen am Freitag die Chance beim Schopfe packen, und doch noch den Meistertitel in der Deutschen Ringerliga (DRL) in den Enzkreis holen.
Es wäre wahrlich eine kleine Sensation, wenn das Team von Trainer Alexander Leipold den Spieß im Hexenkessel der mit mehr als 1500 Zuschauern ausverkauften Wilfried-Dietrich-Halle (Kampfbeginn 20.30 Uhr) noch umdrehen könnte. Aber die Hoffnung stirbt zuletzt.

Guter Start ist wichtig

Alexander Leipold hat in dieser Woche noch einmal ausführliche Gegneranalyse betrieben. „Man kennt sich ja aus vielen Vergleichen. Es wird auf Feinheiten ankommen. Wir werden versuchen, noch ein paar Prozent herauszukitzeln. Wenn wir die ersten drei Kämpfe gewinnen und in einen Flow reinkommen, dann kann noch etwas gehen“, glaubt der 48-jährige Welt- und Europameister. Überraschungen sind immer möglich, wie der Hinkampf vor mehr als 1000 Zuschauern in der Bertha-Benz-Sporthalle in Pforzheim eindrucksvoll demonstriert hat.

So kassierte der bisher ungeschlagen Ispringer Freistilspezialist Anatolli Buruian (59 kg) seine erste Niederlage gegen Lasha Talakhadze. Nicht eingeplant war auch das klare 0:4 des KSV-Asses Davit Tlashadze gegen den Schifferstader Patryk Dubblinovski (86 kg, Freistil). Sehr erfreut war man im Ispringer Lager indes über den Auftritt von Ardo Arusaar (98 kg, Greco), der den bisher ungeschlagenen Georgi Melia im Dress der Pfälzer bezwang.

Wie seine Mannschaft personell aufgestellt sein wird, konnte und wollte Alexander Leipold gestern nicht sagen. „Wir haben die Möglichkeit, im Schwergewicht etwas zu tun“, betont Leipold. Eine Option sei der mehrfache Welt- und Europameister und Olympiasieger von 2016, Taha Akgül. Überhaupt wird einiges darauf ankommen, wie die Mannschaften auf den Stilartwechsel in der 59- und 130-Kilo-Klasse personell reagieren.

Schifferstadt gegen Ispringen, das ist wie in der Fußball-Bundesliga FC Bayern München gegen die TSG Hoffenheim: Tradition gegen frechen Emporkömmling. Schifferstadt ist vielfacher deutscher Mannschaftsmeister, der KSV Ispringen stieg erst vor wenigen Jahren in die Bundesliga auf. Was in Hoffenheim der spendable Mäzen Dietmar Hopp ausmacht, ist in Ispringen mit dem Namen Werner Koch verbunden. Der Unternehmer macht mit seinem finanziellen Engagement den hochklassigen Ringersport in der Enzkreis-Kommune erst möglich.

Die Premierensaison in der DRL bezeichnet Alexander Leipold als Erfolg. „Die DRL hat gezeigt, was Ringen für eine faszinierende Sport ist. Es wurde ein ordentliches Rahmenprogramm präsentiert und wir waren mehrfach im Fernsehen.“ Sport1 wird übrigens auch vom Rückkampf in Schifferstadt eine Aufzeichnung senden. Am Samstag um 17.30 Uhr gibt eine Aufzeichnung der Begegnung um die neue knapp 30 Kilogramm schwere, neu gestaltete Meistertrophäe der DRL.

Ob Alexander Leipold auch in der neuen Saison die Ispringer Ringer trainieren wird, ist noch offen. „Da muss man mal abwarten. Da haben wir noch etwas Zeit. Aber das Umfeld stimmt, ich könnt mir schon vorstellen, das weiter zu machen“, so Leipold. PZ, Martin Mildenberger