Niederlage in Weingarten

  • 4. November 2018

Der fünfte Mannschaftswettkampf des amtierenden Meisters KSV Ispringen in der vor zwei Jahren gegründeten Deutschen Ringerliga DRL hatte es in sich. Im Duell gegen den dreifachen deutschen Meister Germania Weingarten verlor der KSV am Ende mit 8:13.

Im Blickpunkt stand dabei der fünfte Kampf des Abends, denn der fand gar nicht statt, was vier wertvolle Punkte für die Germania bedeutete.
Doch weniger Krankheit oder Verletzungspech waren die Ursache für den Nichtantritt eines KSV-Kämpfers gegen Maxim Mamulat (67 kg G.-R.), sondern die Sperre gegen den Russen Labazawa durch seinen Heimatverband.

Zwar hatten die Ispringer noch einen Plan B, doch der Versuch, den ägyptischen WM-Vierten Hassan Ahmed Mohamed zu verpflichten, scheiterte. „Das ägyptische Militär ließ Mohamed nicht gehen“, so der KSV-Coach und ehemalige Weltklasse-Ringer Alexander Leipold. „Die Sperre des russischen Verbandes war einfach das Zünglein an der Waage“, unterstrich Leipold, „aber auch der ein oder andere Punkt, den wir unerwartet abgegeben haben, trug zu unserer Niederlage gegen eigentlich gleichstarke Weingartener bei.“

Gemeint hat Leipold dabei drei Kämpfe, nämlich das Duell, das der armenische KSV-Routinier Roman Amoyan mit 0:1 verlor (60 kg G.-R.), die Begegnung seines Schützlings Davit Tlashadze, der gegen den sieben Kilogramm schwereren Arsen Musasailev ran musste und mit 0:4 unter die Räder kam (87 kg Freistil) sowie den Fight von KSV-Mann Vazgen Tevanyan, der zu Beginn zwar die höchste Wertung des Abends einfuhr – fünf Punkte für einen grandiosen Wurf „mit hoher Amplitude“ –, dann aber stark nachließ und am Ende lediglich einen Mannschaftszähler einfuhr (63 kg Freistil).

Mit der 0:3-Niederlage von Usman Shakhgriev gegen den frischgebackenen WM-Dritten Alejandro Valdes (72 kg Freistil) hatte Leipold hingegen ebenso gerechnet wie mit dem Punkt, den Igor Besleaga seinem Gegner Karapet Chalyan (77 kg G.-R.) überlassen musste. „Im Gegenteil: Igor hat einen Super-Kampf gemacht.“

Zufrieden konnte Leipold auch mit seinen Griffkünstlern Ketoev (130 kg Freistil), Revazi Nadareishvili (97 kg G.-R.) und dem Ispringer WM-Bronzemedaillengewinner Robert Kobliashvili (87 kg G.-R.) sein, die ihre Kämpfe mit jeweils 2:0 nach Hause brachten.

Der Ispringer Leistungsträger Israil Kasumov, der im letzten Kampf des Abends vor den rund 1500 tosenden Zuschauern in der Weingartener Mineralix-Arena gegen seinen Dauerrivalen Magomed Kadimagomedov antrat (77 kg Freistil), setzte ein für die Ispringer versöhnliches Ausrufezeichen. Den Kampf dieser Klasseathleten, die laut Leipold „90 Prozent ihrer Gegner mit 4:0 von der Matte fegen“, entschied Kasumov mit 1:0 für sich. „Wir haben fünf von zehn Kämpfen gewonnen“, resümierte der KSV-Übungsleiter, „das ist die gute Nachricht“. Harald Funke