Ispringer Ringer lösen Ticket für Halbfinale

  • 2. Dezember 2018

Ispringen. Pforzheim. In der Neuauflage des letzten Finals um die Meisterschaft in der Deutschen Ringerliga DRL zwischen dem amtierenden Meister KSV Ispringen und dem Vizemeister VfK Schifferstadt gelang den Kämpfelbachtalern mit 22:6 ein ungefährdeter Einzug ins DRL-Halbfinale.
Während der Hinkampf vor vier Wochen in Schifferstadt noch knapp mit 9:9 ausging, fiel der Rückkampf in Ispringen überraschend deutlich aus. „Wir waren heute nicht ganz wettbewerbsfähig“, erläuterte der Vizeolympiasieger von 1984 und jetzige Schifferstädter Greco-Trainer Markus Scherer das verlorene Duell. „Wir mussten auf insgesamt sechs Ringer verzichten, die auf Länderwettkämpfen anzutreten hatten. In den vorolympischen ein bis zwei Jahren ist das immer so. Da ziehen die Nationaltrainer ihre ganzen Schützlinge so oft als möglich zusammen“, so Scherer „und für die Vereine wird’s dann schwer.“ Schwer beziehungsweise unmöglich wurde es zu Beginn des Wettkampfes dann sogar für Scherer, der zum Erstaunen der zahlreichen Zuschauer selbst auf die Matte ging und gegen den Ispringer Routinier und Punktegaranten Amoyan wegen technischer Unterlegenheit verlor. „Ich habe nochmal meine alten Knochen hingehalten“, meinte der 56 Jahre alte Veteran. „Wenn ich nicht angetreten wäre, hätten wir den gesamten Mannschaftskampf pauschal mit 0:40 verloren, weil wir nicht in mindestens acht Gewichtsklassen gewichtskonform hätten melden können.“

Kämpfer verpasst Flieger

„Wir hatten eine ähnliche Situation zu beklagen“, relativierte KSV-Boss Werner Koch die Schifferstädter Probleme. Zumindest aber konnte der Gastgeber gegenüber dem Pfälzer Traditionsclub in allen Gewichtsklassen melden, während die Schifferstädter in der 72-kg-Freistilklasse passen mussten – hier hatte der Kämpfer schlichtweg den Flieger verpasst.

Die acht Punkte, die Schifferstadt in diesen zwei Kämpfen hat liegenlassen müssen, waren nicht mehr wettzumachen, doch auch ohne diese Hypothek wäre der KSV wohl als Sieger von der Matte gegangen. Das räumte auch der Schifferstädter Freistil-Coach Erol Byram ein: „Wir haben unsere Schlüsselkämpfe verloren, zum Teil deutlicher als zu befürchten.“

Vermutlich gegen Weingarten

Der KSV Ispringen, der auf der Matte insgesamt fünf weitere deutliche Siege einfahren konnte (durch Harutyunyan, Nadareishvili, Kobliashvili, Kasumov und den Neuzugang Gwiazdowski) steht nun sicher im Halbfinale, in welchem es Anfang Januar gegen den Tabellenersten der DRL gehen wird. „Vermutlich wird es Weingarten werden“, freute sich Koch, „wir sind durchaus für einen Überraschungssieg gut.“ Der ehemalige Weltklasseringer und KSV-Coach Alexander Leipold weiß: „Im Halbfinale fängt es für alle wieder bei null an.“ mm