Ärger mit Technik kostet Punkte

  • 3. Dezember 2018

Das waren die hochgradigsten Kämpfe, die ich je in der Deutschen Ringerliga gesehen habe“, schwärmte DRL-Präsident Werner Koch nach dem Heimduell des KSV Ispringen gegen den KAV Eisleben. Dennoch waren Koch – als Gesellschafter der KSV Ispringen Ringen GmbH – und Trainer Alexander Leipold bitter enttäuscht. Nach der ebenso knappen wie unglücklichen 10:11-Niederlage gegen das Team aus der Lutherstadt räumten selbst dessen Sportliche Leiter Andreas Kraus und Marco Olschewski ein: „Ein Unentschieden wäre verdient gewesen.“
Nachdem beide Seiten oft den Videobeweis verlangt hatten, versagte im letzten Gefecht die Technik: Und so blieb es bei einem Wurf des KSV-Athleten Israil Kasumov (Freistil, 77 kg) gegen seinen Landsmann Yakub Shikhdzhamalov bei einer Zweier-Wertung. Vier Punkte hätte es aus Ispringer Sicht geben sollen. Da der Kampfrichter zumeist die „Challenges“ zugunsten der protestierenden Partei entschied, wäre bei Technikeinsatz die Hoffnung auf einen höheren Kasumov-Triumph als mit 12:7 und damit auf mehr als zwei Punkte gegeben gewesen. „Das war ein sehr attraktiver Kampf“, zeigte sich Trainer Leipold angetan. Wohl auch deshalb, weil Kasumov, Europameisterschafts-Dritter von 2016, drei Sekunden vor Schluss mit einem spektakulären Hechtsprung noch vergeblich versuchte, den Eislebener umzuwerfen.

Dabei begann alles so gut für die Hausherren in der heimischen Turn- und Festhalle. Der leichteste Mann in den eigenen Reihen, der Armenier Roman Amoyan (60 kg, Griechisch-Römisch), beendete gegen den amtierenden Junioren-Europameister Ibragim Ilyasov (Russland) mit einer 16:1 Ausbeute den Kampf wegen Überlegenheit vorzeitig und damit mit den maximal möglichen vier Punkten. Und weil der Ispringer Neuzugang, der erste Amerikaner im KSV-Dress überhaupt, Nicholas Gwiazdowski (130 kg, Freistil), gegen den Russen Anzor Khriziev noch einen Punkt beisteuerte, stand es 5:0. Doch fünf Niederlagen in Serie der Ispringer Vazgen Tevanyan, Revazi Nadareishvili, des zweiten Neuzugangs, des Ägypters Hassan Hassan Mohamed, von Zelimkhan Minkailov und Usman Shakhgiriev brachte das Team aus Sachsen-Anhalt mit 9:5 in Front. Daran konnte auch die Glanzleistung von Robert Kobliasvili (3 Punkte) nichts mehr ändern, weil sich Routinier Igor Besleaga nach einer spannenden Auseinandersetzung Hasan Aliyev, dem Militär-Weltmeister aus Aserbaidschan, geschlagen geben musste (0:2), ehe Kasumovs großer abschließender Auftritt kam. Bruno Knöller