Ispringer Ringer gewinnen im DRL-Halbfinale

  • 6. Januar 2019

Ispringen. Die prall gefüllte Festsporthalle in Ispringen bebte! Grund dafür war das Aufeinandertreffen des KSV Ispringen und der Germania Weingarten im Hinkampf des Halbfinals zur Meisterschaft der Deutschen Ringerliga. Die Zuschauer sahen einen Wettkampfabend auf allerhöchstem Niveau, an dessen Ende ein 11:10-Sieg der Heimmannschaft stand.
Titelverteidiger Ispringen ging selbstbewusst in das Kräftemessen, „mit den stärksten zur Verfügung stehenden Ringern“, so KSV-Trainer Alexander Leipold. Im Vorfeld rechnete man vor allem mit guten Ergebnissen von Roman Amoyan, Igor Besleaga, sowie dem starken Israil Kasumov. Diese lieferten auch. Und wie!

Nach vier von zehn Kämpfen stand es gegen den favorisierten Tabellenführer aus Weingarten 4:4. Jede Mannschaft durfte zwei 2:0-Siege für sich verbuchen. Für Ispringen punkteten Arsen Hartyunyan (8:4) und Roman Amoyan (6:0). Gerade Letztgenannter ließ seinem neun Jahre jüngeren Konkurrenten keine Chance, drängte er seinen Gegner immer wieder in die Passivität und veredelte seine Leistung mit einer tollen Vier-Punkte-Aktion. „Das war einfach richtig stark von ihm“, so Leipold.

Starker Weltmeister

Im fünften Kampf trafen der Ispringer Vladimer Khinchegashvili und Weingartens stärkster Ringer, der Kubaner Alejandro Valdes, aufeinander. Durfte sich der Georgier in der Vorrunde noch über einen überraschenden 4:3-Sieg freuen, setzte sich dieses Mal die ganze Klasse des 3. Weltmeisters durch. Der Kubaner feierte einen Schultersieg und brachte sein Team zur Halbzeit 8:4 nach vorne.

Weingartens zahlreich mitgereiste Anhänger überhäuften ihren Helden mit Ovationen, die Gästefans wurden im Laufe des Abends aber immer stiller. „Das war keine leichte Situation für uns“, wie Präsident Werner Koch die Gefühlslage der Mannschaft zur Pause zusammenfasste. „Was wir dann durch Motivation geschafft haben, ist genau das, was man gegen einen gleich starken Gegner neben der Tagesform und dem nötigen Glück benötigt.“

Dieses durch Motivation gefestigte Selbstvertrauen zeigte auch der erst 19-jährige Malkhas Amoyan, dem eine klasse Leistung gelang (9:0) und der damit seinem 16 Jahre älteren Bruder in nichts nachstand. Einen ähnlich starken Auftritt zeigte auch Israil Kasumov, der zwar 0:6 hinten lag, das Ergebnis aber noch auf 8:7 drehte und seinen Trainer, der im gesamten Spiel lautstark seine Ringer anfeuerte, fast sprachlos machte. „Mir fehlen die Worte. Eigentlich ist er eher ein defensiver Ringer, der lieber einen Vorsprung verteidigt. Wie er dann die Punkte unter enormen Zeitdruck eingefahren hat, ist spitze“, jubelte Leipold.

Igor Besleaga brachte das Gesamtergebnis trotz einer 0:4-Niederlage noch über die Zeit und „machte damit alles richtig“. „Vor allem vor den Leistungen nach der Pause ziehe ich meinen Hut. Wir haben wirklich einige Topathleten in unseren Reihen, die im Rückkampf ähnlich stark auftreten werden“, sagte der ehemalige Freistil-Olympiasieger. Das sah auch Werner Koch so: „Das war heute vor allem ein Sieg der Mentalität und des absoluten Willens.“ PZ, Fabian Pick